Praktisches

Diese Methoden erlauben Schüler*innen nicht nur zu beobachten, sondern zu interagieren und ihr Artenwissen anzuwenden. Sie eignen sich zur Vertiefung oder Erweiterung der anderen Methodenpools.

Arten-Speeddating

Fokus: Merkmale/Besonderheiten von Arten

Level: Einstieg

Dauer: 10-20 min

Ort: egal

Materialien:
– Infomaterial zu Arten (können Texte sein, aber auch nur Bilder)

Ablauf:
– Schüler*innen wählen sich eine Art
– alle überlegen sich selbstständig an Hand des Materials Eigenschaften, die sie bei ihrer Art vermuten
– anschließend präsentieren sie sich gegenseitig in Partnerarbeit die Tiere und versuchen ihre Besonderheiten und Einzigartigkeiten zu betonen (ggf. als doppelter Stuhlkreis)
– SchülerInnen überlegen dann, ob die Arten als Paar zusammen funktionieren könnten
– ggf. Abgleichen mit Kontrollbogen, ob die Eigenschaften tatsächlich zutreffen

Variante:
– Paare die sich gefunden haben stellen sich am Ende der Gruppe vor und begründen, warum sie gut zusammen passen

Fernglas-Fange

Fokus: Umgang mit Ferngläsern (für spätere Aktivitäten mit Vögeln etc.)

Level: Einstieg

Dauer: 10min

Ort: draußen

Materialien:
– 1-2 Ferngläser für die Fänger*innen

Ablauf:
– es gibt 1-2 Fänger*innen, die jeweils ein Fernglas erhalten
– alle anderen verstecken sich (im Wald) oder auf einer großen Wiese
– die Versteckten versuchen, sich im Spielverlauf den FängerInnen zu nähern und sich an der Person frei zuschlagen
– die Fänger*innen sollen (während die Versteckten sich nähern) diese identifizieren,  dürfen sich derweil drehen und dürfen nur durch das Fernglas nach den Versteckten suchen 

Ein Zuhause für Vögel – Nistkästen bauen

Fokus: heimische Singvögel

Level: Einstieg/Fortgeschritten

Dauer: 90–120 Minuten

Ort: Innenraum oder Werkraum für Bau, Außenbereich (Schulgarten, Park, Wald) zur Anbringung der Nistkästen

Materialien:
– Bauanleitungen für unterschiedliche Vogelarten (z. B. NABU- oder LBV-Vorlagen)
– Materialien und Werkzeuge für Nistkasten-Bau (s. Anleitung)
– (optional) Farben zur Gestaltung (ungiftig, wetterfest)

Ablauf:
1. Einführung:
– Überblick über heimische Vogelarten und deren unterschiedliche Brutansprüche
– Vorstellung verschiedener Nistkastentypen
– Jugendlichen wählen (ggf. in kleinen Gruppen) eine Zielart und den passenden Kastenbau
2. Bau des Nistkastens:
– Vorstellung der Materialien und Sicherheitsregeln
– Gemeinsamer oder individueller Bau nach der Anleitung
– Wichtig: keine scharfen Kanten, passende Einfluglochgröße, Belüftung und Wasserablauflöcher nicht vergessen
3. Abschluss & Platzierung:
– Nistkästen an geeigneten Orten platzieren ( wind- & regengeschützt, nicht in praller Sonne, in 2–3 m Höhe, katzensicher)

Varianten:
– Artenrätsel zur Einführung: Die Jugendlichen recherchieren Vogelarten in Kleingruppen und stellen ihre Art und deren Nistbedürfnisse vor.
– Langzeitprojekt: Monitoring im Frühjahr – welche Kästen werden bezogen? Mit Tagebuch, Fotos oder selbstgebauter „Kamera-Falle“ dokumentieren.
– Kooperationsprojekt mit Grundschule oder Kita: Ältere Schüler:innen bauen Kästen, erklären deren Funktion und hängen sie mit Jüngeren gemeinsam auf.

Essbare Wildkräuter – Sammeln, Erkennen, Genießen

Fokus: Essbare Wildkräuter

Level: Profi

Dauer: 60–90 Minuten (je nach Umfang der Zubereitung)

Ort: Wiese, Waldrand oder naturnaher Garten

Materialien:
– Bestimmungshilfen (Wildkräuterposter, Apps, Pflanzenbücher)
– Körbe oder Stoffbeutel zum Sammeln
– Schneidebretter, Messer
– Butter, Salz, Schüsseln, Löffel
– Saubere Gläser zum Mitnehmen

Ablauf:
1. Einführung:
– Welche Wildkräuter wachsen hier und wie erkenne ich sie sicher?
– Warnung: Nichts probieren, bevor nicht sicher bestimmt!
– Hinweis auf nachhaltiges Sammeln: nie ganze Bestände abräumen, immer mit Achtung vor der Pflanze sammeln
2. Sammelphase:
– In Kleingruppen sammeln die Kinder mit Bestimmungshilfe gezielt essbare Kräuter
– Die Fachkraft kontrolliert bei Unsicherheiten die Funde
– Ziel: von mindestens 3–5 verschiedenen Arten je eine Handvoll ernten
3. Zubereitung:
– Kräuterbutter: weiche Butter mit fein gehackten Kräutern, etwas Salz und Zitronensaft vermengen
– Kräutersalz: Kräuter trocknen oder mörsern und mit grobem Salz mischen (zum Mitnehmen in Gläsern)
– Gemeinsames Probieren auf Brot, ggf. mit Tee aus Wildpflanzen (z. B. Minze, Brennnessel)
– Alternative: Kräuterquark, Kräuteröl, Pesto
4. Abschluss:
– Reflexion: Welche Pflanzen haben überrascht? Was hat geschmeckt?
– Gespräch über essbare Natur als Teil der Alltagswelt

Varianten:
– Jahreszeiten-Version: Frühling mit jungen Trieben, Sommer mit Blüten, Herbst mit Samen oder Wurzeln
– Pflanzen-Memory: Vor oder nach dem Sammeln kleine Bildkarten zu den Kräutern zuordnen lassen
– Wildkräuter-Detektive: Nur nach Geruch und Tastsinn Kräuter erraten

Nisthilfen für Wildbienen bauen

Fokus: Wildbienen, insbesondere Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) und andere solitär lebende Bienenarten

Level: Einstieg

Dauer: 60–90 Minuten

Ort: Innenraum oder Werkraum für den Bau, dann im Außenbereich (Schulgarten, Balkon, Fensterbrett) zur Platzierung der Nisthilfe

Materialien:
– Mauerbienen-Mitmach-Heft von proBiene (kostenfrei bestellbar, 1 Heft pro Kind)
– Materialien und Werkzeuge laut Anleitung im Heft

Ablauf:
1. Einführung:
Einführung ins Thema Wildbienen mit dem Mauerbienen-Mitmach-Heft:
– Warum sind Wildbienen wichtig?
– Was unterscheidet sie von Honigbienen?
– Welche Rolle spielt die Gehörnte Mauerbiene?
2. Bau der Nisthilfe:
– Vorstellung der Materialien und Sicherheitsregeln
– Gemeinsamer oder individueller Bau nach der Anleitung im Heft
3. Platzierung & Beobachtungsphase:
– Nisthilfen an geeigneten, sonnigen Orten platzieren (s. Heft)
– Beobachtungsaufträge aus dem Heft mitgeben
– Das Beobachten der Nisthilfe und das gemeinsame Ausfüllen des Heftes kann ein Ritual werden, dass über mehrere Wochen hinweg stattfindet

Varianten:
– Kooperationsprojekt: Die Klasse gestaltet gemeinsam mehrere „Wildbienen-Inseln“, die über das gesamte Schulgelände verteilt sind.
– Langzeitprojekt: Über mehrere Wochen hinweg mit regelmäßigem Beobachtungstagebuch oder Fotodokumentation.
– Kreativmodul: Gestaltung der Nisthilfen mit kleinen Erklärschildchen für eine Ausstellung.

Rudeljagd

Fokus: Bewegung, Kommunikation

Level: Einstieg

Dauer: 10 min

Ort: überall wo genug Platz ist

Materialien:
– keine

Ablauf:
– ein bis zwei Fänger gehen auf die eine Seite, die “Beute” geht auf die andere Seite des Raums oder einer umgrenzten Fläche
– beide Teams versuchen nun auf die andere Seite zu kommen
– dabei versucht der Fänger/ die Fänger die Beute zu berühren, die Beute versucht ohne gefangen zu werden auf die andere Seite zu kommen
– Fänger und Beute dürfen sich immer nur im Wechsel nacheinander (erst Beute, dann Fänger, dann wieder Beute usw.) bewegen
– der Fänger darf nur einen Schritt pro Zug machen, die Beute zwei, Schritte dürfen lang uns gesprungen sein, es darf nur nach vorne, rechts oder links gesprungen werden
– wer gefangen wird, wechselt ins Lager der Fänger

Varianten:
– Kooperationsprojekt: Die Klasse gestaltet gemeinsam mehrere „Wildbienen-Inseln“, die über das gesamte Schulgelände verteilt sind.
– Langzeitprojekt: Über mehrere Wochen hinweg mit regelmäßigem Beobachtungstagebuch oder Fotodokumentation.
– Kreativmodul: Gestaltung der Nisthilfen mit kleinen Erklärschildchen für eine Ausstellung.

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